Konstruktionsmerkmale der Uhr:
Das Geh- und das Schlagwerk werden noch immer mit einer Handkurbel aufgezogen und laufen dadurch rund eine Woche.
Beide Werke bilden eine Einheit, die aus starkem Gusseisen besteht.
Die Zahnräder sind aus Bronze, die Wellen aus Schmiedeeisen gefertigt.
Auffällig sind zwei Walzen mit Stahlseilen. Die Stahlseile laufen jeweils über Umlenkrollen in der Glockenstube. Am Ende der Stahlseile hängen im Turm die Gewichte, die durch ihre Schwerkraft für den Antrieb des Geh- bzw. des Schlagwerks sorgen.
Der Mechanismus der Turmuhr beruht im Wesentlichen auf zwei Werken.
Das Gehwerk (bei der Bührener Uhr rechts) gibt vor, wie schnell sich die Zeiger auf den Zifferblättern bewegen.
Das benachbarte Schlagwerk ist so eingestellt, dass es regelmäßig jeweils zur halben und zur vollen Stunde den Schlag für den Glockenhammer auslöst.
Bei unserer Uhr wird also die Glocke täglich 180 und im Laufe eines Jahres 65.700 mal angeschlagen.
Mit dem Gehwerk verbunden ist auch die so genannte Gebetsglocke, die dreimal am Tag zum Einsatz kommt, und zwar um acht, elf und um achtzehn Uhr. Das Läuten erfolgt durch einen Elektromotor. Der Schalter für den Motor wird durch die Zeigerwelle gesteuert.
Das Herzstück des Gehwerks ist die Ankerhemmung.
Die Pendellinse ist ca.17 kg schwer und besteht aus Gusseisen. Das Pendel ist aus in Leinöl getränktem Holz gefertigt.
Über die senkrechte Zeigerwelle, die zur nächsten Etage führt, verteilen im Glockenstuhl Kreuz- und Winkelgetriebe die 'Zeitinformation' auf die zwei Zeigerpaare.
Das Schlagwerk schlägt die halben und vollen Stunden und wird über die sogenannte Schlossscheibe gesteuert.
Die Uhr selbst wiegt ca. 500 kg.
Mit seinen Zahnrädern, Hebeln, Winkeln und Seilzügen ist unser Uhrwerk in der Zeit von Digital- und Funkuhren ein Stück Technikgeschichte.