Veranstaltungs-Ticker

Dreschetag in Bühren

Von Georg Hoffmann

 

 

Magdalene Helm      , Hermann Winnemuth 

Nach Berichten von  Magdalene Helm, (Unterdorfstraße 24) und Hermann Winnemuth, (Tiestraße 18) 

Die Erinnerungen wurden inhaltlich im Original übernommen und behutsam sprachlich angepasst. Ergänzt durch historische Fotos und Dokumente.

 

Wussten Sie schon?

  • 10–15 Helfer arbeiteten an einem Dreschtag mit.

  • 1890 begann der Einsatz der Badenia-Dreschmaschine.

  • 1956 kam die moderne Petermann-Dreschmaschine.

  • Mitte der 1960er Jahre endete die Dreschzeit mit dem Mähdrescher.

     

Als die Dreschezeit begann

War die Ernte eingebracht, ging die Dreschezeit los

In Bezug auf die Dreschgenossenschaften hatte Bühren etwas Besonderes: Zwischen 1923 und 1960 existierten zwei Dreschgenossenschaften nebeneinander – die Dampf-Dreschgenossenschaft und die Motor-Dreschgenossenschaft.

Ein Dreschetag in Bühren

Hermann Winnemuth schilderte den Ablauf eines Dreschtages in den 1930er Jahren.

Der Tag begann morgens um 6.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Es gab Kaffee und Kuchen.

Im Anschluss wurden die 10 bis 15 Helfer eingeteilt:

  • zwei Männer bei den Säcken,

  • zwei Frauen und ein Mann an der Dreschmaschine,

  • zwei Frauen bei Kaff und Streu,

  • fünf Männer in den Bansen.

Ein Mann nahm die Bunden von der Strohpresse ab und gab sie an einen weiteren Helfer weiter. Dieser reichte sie mit einer zweizinkigen Getreidegabel nach oben in die Bansen, wo zwei bis drei Männer sie einbansten.

Zwischen 10.30 und 11.00 Uhr wurde zu Mittag gegessen.

Zunächst gab es meist eine kräftige Rindfleischsuppe. Um den Dreschstaub „wegzuspülen“, wurde dazu reichlich Schnaps getrunken. Als Hauptgericht wurden Rinderbraten mit Bohnensalat oder Kohlgemüse mit Soße und Kartoffeln serviert.

Bei Bauern, die Schafe hielten, gab es gelegentlich auch Schaffleisch mit Kohlgemüse. Vorweg wurde dann Kaldaunen gereicht – eine süß-saure Suppe mit Niere, Lunge, Herz sowie getrockneten Zwetschen und Rosinen.

Um 14.00 Uhr gab es Kaffee mit Zwetschen-, Streusel-, Schmand- oder Zuckerkuchen.

War der Dreschetag erst nach 17.00 Uhr beendet, wurde noch einmal gevespert.

Zum Abendbrot wurden Bier und Schnaps gereicht. Die Männer bekamen außerdem eine Zigarre, und den Frauen wurde mit selbst gemachtem Wein „zugetrunken“.

 

Der Dreschetag oder das Dreschefest

Aus Sicht von Magdalene Helm


Kein Tag gleicht dem anderen und jeder Tag hat seine eigene Plage. So auch ganz besonders der Dreschtag. Für uns Kinder war es ein Festtag, für die erwachsenen Beteiligten ein saurer Tag.

Foto: http Klaus Dreyer
Presse mit H. Schucht sen.

Foto: http Klaus Dreyer                                                                                 Heinrich Schucht sen., mit der Welgestrohpresse

 

Wir gehörten zu der alten Dreschgenossenschaft mit dem Dampfkessel. Eine Badenia Dreschmaschine gehörte dazu und eine Strohpresse der Fa. Welger, gebaut in Wolfenbüttel.

Dreschschuppen Maschstr.

Am Ortseingang aus Richtung Dankelshausen stand und steht noch heute ihr Schuppen. Dort war sie von Dezember bis Juli untergebracht. Meist wurde auch dort zuerst gedroschen, und zwar Gerste.

Gerste wurde nur wenig angebaut und ein paar Fuder, die eingefahren wurden, ließ man vorweg dort ausdreschen, weil zu dieser Zeit das Futtergetreide knapp wurde und man auch Stroh zum Streuen brauchte.

Wintergerste mit den langen Halmen lagerte man auch nicht gern ein. Abgerechnet wurde nach Stunden. Danach wurde je nach Bestellung und Vereinbarung mit dem Maschinenführer für jeden Bauern einmal auf dem Gehöft gedroschen und ab Oktober dann reihum bei jedem.

 

Es mussten bestimmte Vorschrift befolgt werden, damit es keinen Ärger gab. Untereinander konnte man schon mal tauschen, ansonsten musste die Reihenfolge genau eingehalten werden. Schon Tage vor dem Dreschtag begannen die Vorbereitungen.

Ungefähr 15 Leute wurden gebraucht, die mussten auch beköstigt werden. Dazu kamen noch die Kinder, Verwandte und Bekannte nachmittags zum Kaffee. Es wurde dafür im großen Lehmbackofen Kuchen gebacken und in meiner Kindheit meist ein Schaf geschlachtet. Bis 1928 bestand in Bühren eine Genossenschafts-Schäferei, viele Bauern hatten also Schafe. Vom Hammelfleisch bereitete man alle möglichen Spezialitäten, z.B. Kaldaunen. Das war eine braune sauersüße Suppe, bereitet aus den Innereien, mit Backpflaumen und Rosinen. Das wurde sehr gern gegessen, ebenso die gebratene Weckewurst. Dauerte das Dreschen bis zum Abend, gab es Suppe, gekochtes Fleisch und Meerrettich- oder Senfsoße. In den späteren Jahren wurde auch Rinder- und Schweinebraten serviert, und in den Kriegsjahren musste man sich schon etwas einfallen lassen.

Backetag

Der Vortag war nicht nur Schlachtetag, sondern auch Backetag. Mehrere große Blechkuchen wurden im großen Lehmbackofen, der zu jedem Hof gehörte, gebacken. Nach dem Kuchen wurden 10 bis 12 Brote eingeschoben und abgebacken, die reichten für die Familie ungefähr 10 bis 14 Tage.

Der Sauerteig dafür ging auch reihum im Dorf. An Kuchen gab es Hefekuchen mit Zucker, Streusel, Schmand und Obst. Auch ein Kuchen mit Brotteig fand freudige Abnehmer. Alle Beteiligten und Gäste freuten sich auf das gute, reichhaltige und schmackhafte Essen.

Brüggemannsche Scheune

Am Vorabend des Dreschtages wurde die Maschine auf der Scheune aufgestellt. Die Dreschmaschine wurde 1890 gemeinschaftlich angeschafft. Damals gab es noch keine Presse. Das Stroh kam lose hinten raus und musste von drei Frauen eingebunden werden, das war die staubigste und mühseligste Arbeit bei der Drescherei.

 

Brüggemannsche Scheune

 

Es war eine große Erleichterung, als einige Jahre später die Presse gekauft wurde. Es brauchten nun

nicht mehr massenhaft Strohseile aus Roggenstroh vorgefertigt werden. Das wurde vorher mit dem Dreschflegel ausgedroschen, dann war es besonders geschmeidig. Das war meist Großvaters Arbeit. Es hieß immer, so und so viel Schock (60 Stück) hat er gemacht.

Wer eine geräumige und große Scheune hatte, war wohl dran. Sonst war das Aufstellen des Dreschkastens nicht so einfach. Weniger als zwei Stunden wurden selten dazu gebraucht. Die Maschine musste fest und waagerecht stehen.

Die Presse kam zuerst in die Durchfahrt, dann der Dreschkasten und zuletzt der Dampfkessel. Der blieb schon wegen der Brandgefahr draußen stehen.

Schmiedeberg

Der Dampfkessel war so schwer, dass er von vier Pferden gezogen werden musste. Ging es den Schmiedeberg hoch, mussten sogar sechs Pferde vorgespannt werden. Da wurde es oft spät; denn war ein Dreschetag um, wurde noch am gleichen Abend der Dreschsatz zum Nächsten gerückt. Wir Kinder mussten dann die Sturmlaterne halten und leuchten. In den Scheunen war wenig oder gar kein Licht. Als letztes wurde, um zu sehen ob alles in Ordnung

war, die Maschine zum Probelauf angelassen.

Schmiedeberg

 

Zwei Männer gehörten ständig zum Bedienen: ein Kesselmann und ein Maschinenführer. Der erste hatte vollauf mit dem Heizen zu tun, Wasserheranschaffen, dem Schmieren und wie er immer sagte: „Auf Touren halten“. Dazu gebrauchte er als Brennmaterial dicke Stücken Holz und Kohle. Es gab da eine besondere Sorte Briketts. Zum Wasserabzapfen wurde ein Hydrant angeschlossen. Gab es keinen in der Nähe, wurde ein Wasserfaß hingestellt. Später tat es auch ein langer Schlauch, angeschlossen an eine Wasserleitung. Der Kesselmann musste früh aufstehen.

Dampfkessel

Zwei Stunden dauerte allein das Vorheizen. Um 5.30 Uhr ging ein schriller Pfiff durch das Dorf. Das war der Weckruf für alle Beteiligten oder Mithelfer zum Kaffee. Wer nicht rechtzeitig aus den Federn kam, kam um den Morgenkaffee herum. Die meisten halfen für Wiederhilfe, sie waren genau eingeteilt und bekamen morgens beim Kaffee ihren Einsatz verkündet.

Früher bei der ersten Maschine wurden drei Männer zum Säcke tragen, zwei Männer oben auf der Maschine, ein Einleger und zwei Zureicher der Bunde gebraucht.

Seite 1932, als das Getreide mit Selbstbinder gemäht wurde, mussten die Bindfäden rausgezogen werden. Diese Arbeit machten meist zwei Frauen. Vorher wurden die Garben mit Seilen aus Getreidehalmen gebunden.

Dreschen mit Motorwagen

Zwei bis drei Mann gingen in den Bansen, um die Bunde auf den Dreschkasten zu befördern. Drei Frauen zum Einbinden und Weiterschaffen des ausgedroschenen Strohs. Dieses musste auch wieder eingebanst werden; dafür wurden auch ein paar Leute gebraucht. Zwei ältere Frauen mussten das Kaff wegschaffen, eine zwar leichte, aber sehr staubige Arbeit, die wegen des verdammten Drecks niemand gern machte.

Dreschen

Das Kaff kam hinten im Garten auf einen Haufen. Hafer- und Weizenkaff wurden verfüttert.

Gefreut wurde sich immer, wenn die Pfeife des Dampfkessels zu den Mahlzeiten rief. Vor lauter Staub und Dreck hat man sich kaum erkannt. Man klopfte sich gegenseitig ab. Das Essen schmeckte auch damit immer, man hatte ja auch einen gesegneten Appetit. Ein Schnaps oder selbstgemachter Wein wurde vor dem Essen noch verabreicht, der musste den Dreck runterspülen. Um 11 Uhr wurde zum Frühstück gerufen, um 14 Uhr gab es Kaffee. Wurde es abends spät, dann wurde gegen 17 Uhr nochmals eine kurze Pause gemacht. Ein Tablett mit belegten Broten wurde rumgereicht und natürlich noch mal dazu eingeschenkt. Die Pausen wurden oft sehr lustig und auch der Feierabend.

Die Dreschhelfer waren zum Teil von kleinen Wirtschaften, die nicht selbst die Maschine rücken konnten. Für diesen Dienst musste eine Person einen ganzen Tag helfen.

Die Maschinisten verstanden ihre Sache gut und führten auch kleinere Reparaturen selbst aus. Während der Mahlzeiten schmierten sie die Maschine ab. Es hieß: „Wer gut schmiert, der gut fährt!“. War eine Sorte Frucht ausgedroschen, gab es auch eine kleine Pause. Die Siebe wurden gewechselt und die restliche Körner zusammengefegt.

Die alte Maschine wurde im Laufe der Jahre einige Male verbessert. Es kam ein Selbsteinleger dran, eine Rollkette, mit der die Fruchtsäcke angehoben wurden, ein Garbenförderband und im Jahre 1942 ersetzte ein Motor den alten Dampfkessel. 1956 wurde eine ganz neue Maschine gekauft, eine Petermann. An der war alles dran, sogar ein eingebauter Motor, vorwärts und rückwärts lenkbar. Sie war nur ein paar Jahre in Betrieb, dann kamen die Mähdrescher zum Einsatz und aus war es mit den Daschefesten!

Personal für einen Dreschetag

Am Ende eines arbeitsreichem Tages.

 

 

 

Die beiden Dreschgenossenschaften

 

Dampf- Dreschgenossenschaft Bühren

Nach Erzählungen von Hermann Winnemuth Tiestraße 18

 

Die Dampf-Dresch Genossenschaft wurde 1880 gegründet.

Der Dreschschuppen steht noch heute an der Kreuzung Tiestraße/ Maschstraße.

Maschinist war vor dem 2. Weltkrieg Heinrich Ernst, heute Unterdorfstraße 34.

Heizer war Wilhelm Schäfer, heute Hintergasse 19.

Im Krieg war der Maschinist August Elias aus Dankelshausen. 

Er aß, wie sonst üblich zum Frühstück, keinen Kuchen, sondern Brot. Vergaß das einmal eine Bäuerin, hatte er den ganzen Tag schlechte Laune und oft lief dann auch etwas schief.

 

Nach dem Krieg war Paul Glänzer, heute Nitzgrund 2, Maschinist

und Hermann Schäfer der Heizer.

 

Es war ein dreiteiliger Dreschsatz bestehend aus dem Dreschkasten, Dampfkessel,

und der Strohpresse der Fa. Badenia (Heidelberg).

Die Dreschmaschinen waren mit Eisenrädern ausgestattet.

 

4 Pferde benötigte man zur Fortbewegung. Am Schmiedeberg mussten die Pferde so stark ziehen, dass auf dem Kopfsteinpflaster die Funken sprühten.

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Sackaufzug angebaut.

 

Der Kessel benötigte ca. eine Stunde zum Vorgeheizten. 

Ein bis eineinhalb Raummeter Brennholz (Tannenspitzen) wurden an einem Dreschetag verheizt.

 

Regelmäßig alle ein bis zwei Jahre musste der Kessel zur Überprüfung zum Dampfkesselüberwachungsverein zur Fa. Brüggemann nach Hann. Münden / Hermannshagen. Für die Fahr nach Hann. Münden wurden vier Pferde angespannt.

 

Die Dreschmaschine selbst wurde jährlich gewartet, dazu kam ein Mechaniker von der Firma aus Heidelberg. Später übernahm das die Fa. L. Lösekrug aus Bühren.

 

Die Strohballen der Presse wurden einmal in der Mitte gebunden. Dazu verwendete man Hanffaden. Nach ihrer Verwendung als Strohband wurden diese gesammelt und im Winter beim Schlachten als Wurstband verwendet, oder zu Carl Pinne, heute Königsiek 16 gebracht. Der fertigte nebenberuflich daraus Hanfseile.

Petermann Dreschmaschine

Beispielfoto einer Petermann-Dreschmaschine

 

Mitte der 1950er Jahre wurde eine neue Dreschmaschine, eine der Fa. Petermann angeschafft.

Sie wurde mit der Bahn, am Bahnhof in Oberscheden angeliefert. Beim Abladen ist diese von der Laderampe abgerutscht und auf die Gleise geschlagen. Bis auf eine kleine Delle im Gehäuse ist nichts passiert.

 

Diese einteilige Maschine war mit einem Elektromotor ausgerüstet und luftbereift.

Zur Ausstattung gehörten ein Gebläse für die Kawe und ein Gebläse für die Frucht und ein Sackaufzug. Bewegen ließ sich das Gefährt nur noch mit einem Trecker.

 

Es wurde jetzt nur noch ein Maschinist benötigt, der war Paul Glänzer, Nitzgrund 2.

 

Als in der Mitte der 1960er Jahren mehr und mehr die Mähdrescher aufkamen, wurde die Dreschmaschine verschrottet und die Genossenschaft wurde aufgelöst.

Aufzeichnung Hermann Winnemuth

Original Handschrift und Text, Hermann Winnemuth Tiestr. 18    Januar2001

 

Paul Glänzer, so wurde von Hermann Winnemuth berichtet, war trotzt seiner starken Kriegsverletzung, er hatte ein Bein verloren, ein sehr fleißiger Mann. Für die Spar- und Darlehnskasse bedient und führte er in der Mitte der 50er bis in die 70er Jahre die Häcksel- und die Kartoffelvollerntemaschine.

Paul Glänzer

 

 

Seinem Ziegenbock hatte Paul Glänzer das Ziehen beigebracht, denn er konnte durch seine Behinderung das Grün für seine 5-6 Ziegen nicht selbst ziehen.

 

 

Dampf- Dreschgenossenschaft I gegr. 1890

Nach schriftlichen Aufzeichnungen (Protokollbuch) von Heinrich Schucht, Rollbachweg 5.

 

Abschrift aus dem Protokollbuch ab 1920

Die Dreschmaschine (Badenia) war von 1890 bis 1955 in Betrieb.

Der Ankauf der ersten Strohpresse ist im Protokollbuch nicht ersichtlich, war aber in diesem Zeitraum schon vorhanden.

Der Betrieb der Maschine erfolgte von Anfang an mit dem Dampfkessel.

 

Die Dreschstunde kostete im Durchschnitt, von Mitte der 1920er Jahre bis Anfang der 1930er Jahre 4,00 bis 4,50 RM/Std. (Reichsmark) einschließlich der erforderlichen Kohlen. Eine Reichsmark hatte den Wert von 3,70 DM =1,90Euro.

Die Dreschstunde ohne Presse kostete nur 3,50 RM. So entschlossen sich einige Mitglieder ohne Presse zu dreschen, um 1,00 RM pro Stunde zu sparen. Dafür banden sie lieber das Stroh von Hand und sparten auch noch den Bindfaden. Obwohl diese Arbeit von 3 bis 4 Frauen sehr mühsam zu bewältigen war.

 

Die Führung der Maschine bestand aus einem 1. und einem 2. Maschinenführer. Wobei der 2. Maschinenführer gleichzeitig Einleger auf der Maschine war. 

 

Da dem 1. Maschinenführer die ganze Verantwortung oblag, einschließlich dem Bedienen des Dampfkessels, verdiente er pro Tag auch 1,00 RM mehr als der 2. Maschinenführer.

 

Als Maschinenführer fungierten von 1920 bis Ende 1930 folgende Männer:

Karl Krekeler (Tränke),

Wilhelm Schäfer (Hintergasse 19),

Albert Schäfer (Unterdorfstr. 13) nur immer als Einleger,

Heinrich Bartels u. Heinrich Ernst auch als Einleger.

Desgleichen Wilhelm Winter.

 

1937 wurden ein Selbsteinleger und ein Sackheber angeschafft, was man als eine enorme arbeitserleichternde Errungenschaft ansah.

1942 entschloss man sich, einen Elektromotor anzuschaffen. Der Motor, wurde über Bezugsschein des 1000jährigen Reiches gekauft.

 

Leider hielt er nicht lange. Er brannte ausgerechnet während der Zeit durch, wo der völlige Zusammenbruch des Deutschen Reiches die ganze Wirtschaft lahm legt hatte. Durch weiträumige Beziehungen des hiesigen Maschinenhändler L. Lösekrug wurde der Motor zur Ankerwickelung nach Thüringen geschickt. In der Zwischenzeit wurde Thüringen zur russische Zone erklärt, so sah man den Motor als verloren an. Lange Zeit später, es war wie ein Wunder, war es Lösekrug gelungen den reparierten Motor zurück zu bekommen. Es konnte also weiter gedroschen werden.

 

In den Kriegszeiten fungierten als Maschinenführer: August Elias aus Dankelshausen und Heinrich Voss.

Später bis zum Schluss, Heinrich Schäfer, Paul Glänzer und Horst Glänzer.

Ackerwagen

Für das Betreiben der Dampfmaschine wurden 1941 von einem Mitglied mit seinem Pferdewagengespann 400 Zentner Kohlen vom Bahnhof Oberscheden nach Bühren gefahren. Das war die komplette Ladung eines Eisenbahnwaggons. Dafür benötigte er 10 Fuhren und erhielt 60,- RM, einschließlich Auf- und Abladen von Hand.

Beispiel für einen Altdeutschen Ackerwagen

 

Immer wieder mussten bei den Versammlungen Mitglieder zur Zahlung der offenen Dresch- Rechnungen aufgefordert werden. Auch mussten sie ein Säumniszins von einem Pfennig pro einer R-Mark Schulden im Monat zahlen. Sind sie auch dem nicht nachkommen, wurden sie von der kommenden Dreschperiode ausgeschlossen.

Anfang 1949 wurde der Dampfkessel an einen Schrotthändler verkauft.

 

Am 15. Sept. 1956 entschloss man sich zum Kauf einer damals supermodernen Dreschmaschine der Fa. Petermann. Diese Maschine war zuvor von einigen Mitgliedern und vom Vorstand auf der DLG Ausstellung besichtigt worden.

Der Preis belief sich auf 25.000 DM. Der Kaufpreis wurde mit einer Anzahlung von 7500,- DM und 6 vierteljährlichen Wechseln, ges. 17500,- DM bezahlt.

Dieser Dreschsatz, alles in einem (mit Motor und Presse) vorn und hinten lenkbar war ausgerüstet mit Korngebläse, Spreu- und Staubgebläse, sowie einem seitlichen Garbenförderband.

Also eine Errungenschaft, wie sie weit und breit nicht zu finden war.

Keiner hätte damals vermutet, dass diese moderne Maschine durch den sprunghaften Mähdreschertrend, als Todeskandidat 9 Jahre später im Schuppen stand.

Als 1. Vorsitzender waren tätig:

Von 1920 bis 1975: Carl Pinne, Ernst Kühne, Adolf Fischer und Werner Schucht.

Als Rechnungs- und Protokollführer in dieser Zeit:

Adolf Fischer, Robert Rinke, Hermann Dörhage, Adolf Schucht (damals Rollbachweg) und Heinrich Schucht jun. von 1955 bis zum Schluss 1972.

Die Maschine mit samt dem Schuppen wurde am 14.5.1972 an Werner Schucht und Helmut Rinke für 2300,- DM verkauft. Die Maschine wurde verbrannt und die Metallteile als Schrott verkauft.

Die Dampf- Dreschgemeinschaft Bühren wurde am 12. Febr. 1972 aufgelöst.

 

Ende aus dem Auszug aus dem Protokollbuchs.

 

 

Die Motor- Dreschgenossenschaft

Quelle Chronik Bühren Seite 242/243

 

1922 kam der elektrische Strom ins Dorf.

Die größeren Bauern im Dorf wollten sich nicht mehr in die lange Reihe der dreschwilligen Bauern einreihen und so gründeten sie im März 1923 die Motordreschgenossenschaft.

Dreschschuppen Motor- Dreschgenossenschaft

 

 

 

 

Ihr Dreschschuppen befindet sich noch heute in der Nitzgrund. Sie beantragten bei der Gemeinde an verschiedenen Punkten im Dorf die Anschlussmöglichkeiten für den Elektroantrieb einer Dreschmaschine.

Wolf- Dreschmaschine

Die von ihnen gekaufte Wolf- Dreschmaschine hatte für seine Zeit eine sehr großvolumige Strohpresse. Der Antriebsmotor leistete 27 PS.

Um 1960 erlosch diese Genossenschaft. Schriftliche Aufzeichnungen über diese sind nicht mehr vorhanden.

 

Vermutliche Ansicht der Dreschmaschine

Anleitung Motorwagen

Original Anleitung aus dem Motorenwagen.

 

 

Ein Stück Dorfgeschichte

Der Dreschtag war schwere Arbeit, aber auch ein Tag des Zusammenhalts. Für die Kinder wurde er zum Festtag, während die Erwachsenen die harte Arbeit bewältigen mussten.

Die Erinnerungen von Magdalene Helm und Hermann Winnemuth bewahren ein Stück Bührener Dorfgeschichte und lassen erahnen, wie eng Arbeit, Gemeinschaft und Alltag früher miteinander verbunden waren.