Harster Heerweg - historische Heerstraße

 Hohlweg 

Harster Heerweg – historische Heerstraße zwischen Weser und Leinetal

Eine der ältesten Fernhandelsverbindungen durch den Bramwald.

 

Wussten Sie schon?

11./12. Jh. Früh belegt

9 % Steigung

1,30–1,40 m Spurweite

1774 Bedeutungsverlust

 

 

Harster Heerweg

Harster Heerweg bei Bühren.                                   Zeichnung: Fritz-Bertram Jünemann

 

Es handelte sich meist um unbefestigte Naturwege. Charakteristisch für diese alten Handelsstraßen war, dass sie möglichst auf direktem Weg zum nächsten Ziel führten – selbst wenn dabei steile Anstiege und schwieriges Gelände in Kauf genommen werden mussten.

Eine solche Frachtstraße wurde in unserer Region als Harster Heerweg bezeichnet.

Einst verband dieser Fernhandelsweg die Hafenstädte des Nordens, etwa Flensburg, mit den bedeutenden Handelszentren Frankfurt am Main, bis hin nach Augsburg.

 

Harster Heerweg

Verlauf der historischen Heerstraße Harster Weg in der Umgebung von Hann. Münden.

 

Lange Zeit führten Heerwege als zentrale Fernverbindungen über die Lande, bis sie im 18. Jahrhundert durch neu angelegte Chausseen verdrängt wurden. 

Harster Heeerweg
alte Heerstraße .de

Harster Heerweg über den Mühlberg bei Bühren                                                       Quelle Foto: alte heerstraße.de

 

 

 

 

 

 

Der Harster Heerweg verbindet auf direktem Weg das Weser- und Leinetal.

Hohlweg

 

 

 

 

Am Anstieg im Bramwald beim Klosterhof Eichhof erinnern heute ein Sandstein und zahlreiche markante Hohlwege an den alten Weg. Die Steigung betrug hier rund 9 %.

Hohlweg im Bramwald

 

 

Nachweislich bestand dieser Nord-Süd-Handelsweg bereits im 11. und 12. Jahrhundert. Eine steinerne romanische Brücke über die Leine bei Nörten-Hardenberg wird auf das Jahr 1055 datiert, und aus dem Jahr 1186 ist ein Bohlenweg in Hann. Münden überliefert. Im Dorfbereich von Bühren sind die Hohlwegpassagen bei den Kreuzsteinen sowie über den Mühlberg bis heute eindrucksvoll erhalten.

Je steiler der Anstieg wurde, desto mehr Pferde oder Ochsen wurden vor die geländegängigen Wagen oder Schwenkkarren vorgespannt. Den erforderlichen Vorspann stellte die örtliche Bevölkerung, was zugleich eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit darstellte.

Die Spurweite dieser Fernhandelsfahrzeuge betrug etwa 1,30 bis 1,40 Meter.

HeerwegHeerweg in Bührenstein

 

So reisten Kaufleute

 

  • 25–30 km pro Tag - durchschnittliche Tagesleistung

  • Klausen - Herbergen und Wegwarte

  • Vorspann -  Pferde oder Ochsen halfen an Steigungen

 

 

 

 

Rund 25 bis 30 km pro Tag, wie z. B. von Hann. Münden bis Nörten-Hardenberg, konnten Kaufleute mit ihren Frachtwagen zurücklegen. Dafür war ein gleichmäßig verteiltes Netz von Klausen oder Herbergen eine Voraussetzung. Klausner waren die Wegwarte des Mittelalters. Flurnamen wie Klus oder Klause weisen auf alte Wegführungen hin.

 

Mit dem Bau der neuen Chaussee (B 3) ab 1774 verlor der Harster Heerweg allmählich seine Bedeutung.

Kaufleute

 

 

 

Beispiel für einen Gasthof und Umspannstation entlang der alten Handelsrouten.

 

Gasthaus

Die Hohlwege 

 

Besonders eindrucksvoll erhalten

Am Mühlberg und bei den Kreuzsteinen sind die historischen Hohlwege bis heute sichtbar. 

Über Jahrhunderte gruben sich Wagenräder und Hufe tief in den Boden ein und formten die heute noch sichtbaren Wegmulden.

              

 

Harster Heerweg um 1900 über den Mühlberg

        Harster Heerweg um 1900 über den Mühlberg bei Bühren

 

                  

Harster Heerweg 2002

      Harster Heerweg über den Mühlberg bei Bühren 2002

 

Harster Heerweg über den Mühlberg 2016

            Harster Heerweg über den Mühlberg bei Bühren 2016

 

 

Der Harster Heerweg ist längst keine Fernhandelsstraße mehr. Doch seine Hohlwege, alten Wegespuren und historischen Zeugnisse erzählen bis heute von Kaufleuten, Fuhrleuten und Reisenden, die über Jahrhunderte den Bramwald durchquerten. Wer den Weg heute entlanggeht, folgt einer der ältesten Verkehrsverbindungen Südniedersachsens – und wandert auf den Spuren der Geschichte Bührens.