Die Heuernte in den 1930er Jahren
Von Georg Hoffmann

Nach Aufzeichnungen von Hermann Winnemuth Tiestraße 18
Durch das Heu mit seinen vielfältigen Wiesenkräutern gaben die Kühe eine hochwertige, wohlschmeckende Milch, die sich in unterschiedliche und gesunde Lebensmittel weiterverarbeiten ließ.
Wussten Sie schon?
Der Arbeitstag begann oft schon um 3 Uhr morgens.
Eine Heuernte dauerte bei gutem Wetter etwa 8 bis 10 Tage.
Mit der Hungerharke wurde selbst der letzte Halm aufgenommen.
Der Beginn der Heuernte
Anfang Juni, wenn die Rüben und Kartoffeln fertig gehackt waren, ging es nach der Blüte des Grases mit der Heuernte los.
Es war eine der schwersten und anstrengensden Ernten. Anfangs war alles Handarbeit. Gemäht wurde mit der Sense.
Der Tag fing um 3 Uhr morgens an, Pferde füttern und putzen und etwas Kaffee trinken. Damit die Pferde nicht der Sonne so ausgesetzt waren, zog man gegen 4 Uhr los und mähte ca. zwei Morgen (5000 m2) Gras ab
Sense, Harke und Strohhut, wichtige Utensilien für die Heuernte.
Die ersten Mähmaschinen
Um 1910 brachte der Landmaschinenhändler Louis Lösekrug (heute Tiestraße 2) die ersten Mähmaschinen nach Bühren.
Heinrich Schäfer Unterdorfstr. 9
Am nächsten Tag wurde eine weitere Wiese gemäht, das Gras beider Wiesen gewendet und das gemähte Gras vom Vortag in Haufen gesetzt.
Am 3 Tage wieder mähen und wenden. Das in Haufen gesetzte Heu wurde ausgestreut und alles zuvor gemähte Gras gewendet.
Wenden und Trocknen
Nach dem Mähen wurde das Gras mit der kleinen Heuharke mit der Hand gewendet und das am Tage mehrere Male.
Das war meist Arbeit der Frauen und musste oft in der prallen Sonne verrichtet werden.
Heuwenden bei Fam. Franke
Unterdorfstr. 11
Das Heu ins „Schwett“ harken
Am nächsten Morgen wurden die Haufen mit der kurzen zwei- oder dreizinkigen Heugabel verteilt und das ganze wieder gewendet.
Heuwiese
Wenn kein Regen dazwischen kam, war das erstgemähte Gras nach 3 bis 4 Tagen trocken und konnte als Heu eingefahren werden.
Ob das Heu trocken genug war, zeigte eine einfache Probe: Eine Handvoll wurde zwischen den Händen gerieben. Brachen die Halme, war es bereit zum Einfahren.
Das Einfahren
Das „Hinterherharken“ mussten oft die Kinder übernehmen. Um alles Heu mit zu bekommen, wurde am Schluss die gesamte Wiese mit der „Hungerharke“, oder „Schmachtharke“ abgezogen.
Das Fuder wurde mit einem Heubaum zusammengehalten, der das Heu über eine Winde am Heck zusammenpresste.
So wurden meist zwei Fuder am Nachmittag geladen und heimgefahren.
Nach der Abendarbeit, Füttern der Tiere und Melken und dem Abendbrot wurden die beiden Fuder noch abgeladen, damit die Wagen für den nächsten Tag leer waren.
Feierabend
Zwischen neun Uhr und halb zehn am Abend war das Abladen beendet. Erst dann kehrte nach einem über sechzehn Stunden langen Arbeitstag Ruhe auf den Hof ein.
Bei gutem Wetter war die Heuernte in 8-10 Tagen vorüber.
Erinnerung an harte Arbeit
Mit Traktor, Kreiselheuer und Rundballen hat sich die Heuernte grundlegend verändert. Doch die alten Fotos und Hermann Winnemuths Aufzeichnungen erinnern an eine Zeit, in der die Ernte von Handarbeit, Erfahrung und dem Zusammenhalt der ganzen Familie lebte – ein wichtiger Teil der Alltagsgeschichte Bührens.










