Flachsrotten in Bühren
Nach dem 2. Weltkrieg konnten sich Flüchtlinge hier Gemüsegärten anlegen. Später wurde die Fläche zum Schulgarten und 1985 durch die Realgemeinde aufgeforstet.
In diesem Bereich hatten die reiheberechtigten Bührener Bauern, also die Mitglieder der Realgemeinde, ihre Flachsrotten. Das waren ca. 3 x 3 Meter große und 1,5 Meter tiefe Gruben, durch die das Wasser der Schede flossen. In diese mit Schedewasser gefüllten Gruben, Raten oder auch Rotten, wurden die Flachsgarben übereinandergelegt, mit Brettern bedeckt, welche noch mit Steinen beschwert wurden, damit die Garben vollständig mit Wasser bedeckt waren.
Ca. einen Monat musste der Flachs in den Gruppen zum Rotten verbleiben. Die große Kunst dabei war, zum richtigen Zeitpunkt den Vorgang zu beenden. Das Rotten war sehr wichtig, damit man bei der späteren Bearbeitung die Faser vom hölzernen Teil trennen konnte.
Nach der Rotte wurden die Garben zum Trocknen auf die abgeernteten Felder gestellt. Die weitere Verarbeitung erfolgte wiederum im Haus.