Von Georg Hoffmann
Nach Berichten von Hermann Winnemuth (Tiestr. 18)
Wussten Sie schon?
1798 Bau der Dorfschule
1911/12 Anbau eines zweiten Klassenzimmers
31.07.1976 Schließung der Schule
.
Das Schulgebäude in der Oberdorfstraße 5 um 1909
Die Anfänge der Schule
Auf Betreiben des damaligen Pastors Christian Friedrich Apel, der von 1773 bis 1831 Pastor in Bühren war, errichtete die Gemeinde 1798 das Schulgebäude in der Oberdorfstraße 5. Vermutlich entstand es an der Stelle eines älteren Gebäudes.
Das Obergeschoss blieb zunächst bis 1808 unbewohnt. Unter der Schulstube befanden sich ein Keller und ein Kuhstall.
Erweiterung des Schulgebäudes
Schulgebäude mit Anbau
In den Jahren 1911/1912 wurde an der Westseite ein zweites Klassenzimmer angebaut – in diesem Gebäudeteil befindet sich heute die DRK-Kindertagesstätte.
Schulgebäude mit Lehrergarten und Toilettenform
Gleichzeitig entstand entlang der Verbindungsstraße zwischen Oberdorfstraße und Hintergasse - eine Toilettenanlage.
Im Obergeschoss des Schulgebäudes befand sich nun die Lehrerwohnung. Im Erdgeschoss, rechts neben dem Eingang, erhielt später der Junglehrer eine Zwei-Zimmer-Wohnung.
Der Lehrer als Küster und Organist
Bis 1920 war der Lehrer gleichzeitig Küster und Organist der Kirchengemeinde. Voraussetzung für die Stelle war, dass er das Bührener Platt verstand.
Zu seinen Aufgaben gehörte außerdem, im Frühjahr, Sommer und Herbst mit dem Läuten der Kirchenglocken den Beginn und das Ende der Feldarbeit anzuzeigen. Als Entlohnung erhielt er von jedem Bauern das sogenannte „Läutekorn“ – 25 Pfund (12,5 Kilogramm) Getreide.
Der Schulbetrieb
Die Schule war in drei Stufen gegliedert:
Unterstufe: 1. und 2. Schuljahr
Mittelstufe: 3. bis 5. Schuljahr
Oberstufe: 6. bis 8. Schuljahr
Unterrichtszeiten in den 1920er Jahren
Schulstufe | Sommer | Winter |
|---|
Unterstufe | 10:00–12:00 Uhr | 11:00–13:00 Uhr |
Mittelstufe | 7:00–10:00 Uhr | 8:00–11:00 Uhr |
Oberstufe | 7:00–12:00 Uhr | 8:00–13:00 Uhr |
Wo wurde unterrichtet?
Das Klassenzimmer der Unter- und Mittelstufe befand sich dort, wo heute das Gemeindebüro beziehungsweise ein Büro der DRK-Kita untergebracht ist.
Die Oberstufe wurde im Anbau unterrichtet, in dem sich heute die Kindertagesstätte befindet.
Das Ende der Dorfschule
Am 31. Juli 1976 wurde die Dorfschule in Bühren geschlossen. Alle Schülerinnen und Schüler wechselten anschließend in die Mittelpunktschule Scheden.
Damals und heute
Das ehemalige Schulgebäude in der Oberdorfstraße 5 prägt bis heute das Ortsbild. Während sich im historischen Anbau heute die DRK-Kindertagesstätte befindet, erinnern Gebäude und Standort noch immer an fast 180 Jahre Schulgeschichte in Bühren.